Blogbeitrag 6: Mobile Blitztechnik, Juni 2016

 

Hallo liebe Leser,

im heutigen Blogbeitrag möchte ich über eine neue Art mobiler Studioblitze berichten. Sicher nicht für jeden spannend, aber wer sich für Licht interessiert, das maximal mobil ist, kann hier die nötigen Informationen finden.

Als Fotograf und insbesondere als Sportfotograf muss man oft längere Strecken durch unwegsames Gelände marschieren, um an die guten Locations zu kommen. Da ist jedes Gramm weniger Gepäck ein Segen. Allerdings will man auf nichts verzichten.

Bisher gab es von verschiedenen Herstellern kleine Akku-Generatoren, an welche die Blitze angeschlossen wurden (z.B. Elinchrom Ranger und Quadra oder Profoto B4). Allerdings waren diese sperrig und schwer. Mit der Weiterentwicklung der Akkus entstand die Möglichkeit, diese in die Lampenköpfe zu integrieren, um so auf den großen Generator verzichten zu können.

Bei selber Leistung, derselben Anzahl an Blitzen und einem kleineren Packmaß sowie weniger Gewicht eine unschlagbare Alternative. Es gab nur ein Problem: Der erste Hersteller solcher Blitze war leider im europäischen Mark nahezu unbekannt.

Ich wagte trotzdem einen Versuch und kaufte einen Jinbei HD-II 600 für 599 Euro.

Die Daten sprachen für sich:

– 600 Ws

– 1/10.000 s Abbrennzeit

– nur 2,5 kg

– SuperSync (erkläre ich gerne mal in einem anderen Beitrag)

– Funkfernbedienung

– 7 Blenden Einstellmöglichkeit

– eine hochwertige Tasche

– einen wechselbaren Akku

Ich war wirklich beeindruckt und konnte nicht glauben, dass zu diesem Preis ein Gerät mit diesen Funktionen erhältlich sein soll.

Nach einem ersten Test war sofort klar: ich kaufe noch einen. Meine alten Elinchrom Ranger habe ich kurz danach verkauft und fotografiere „On Location“ nur noch mit den Jinbei. Die Gründe liegen auf der Hand: das Preis-Leistungs-Verhältnis ist unschlagbar, mehr Funktionen sind in keinem anderen Gerät zu einem ähnlichen Preis zu haben und dann funktionieren die Blitze auch noch einwandfrei.

Bei allem Lob muss man aber auch kritisch bleiben:

– Der Synchro-Anschluss ist etwas zu weit und deswegen muss man genau checken, ob das Kabel richtig sitzt

– Durch die Bauweise ist das Gerät sehr kopflastig. Noch problematischer wird das Ganze mit einer Softbox.

– Die Fotozelle sitzt an einem schlechten Platz und funktioniert nur mit einem kleinen Trick zuverlässig (ich habe einen Reflektor angebaut)

– Die Schraube zur Befestigung am Stativ lockert sich gern

– Die Funkfernbedienung kann leider nur jeweils die zu ihr gehörende Lampe steuern, da ich zwei verschiede Versionen des Blitzes habe

Die Nachteile schränken den Funktionsumfang allerdings nicht ein. Technisch also ein tolles Gerät, das ich nur weiterempfehlen kann. Dass Broncolor jetzt den Siros nachschiebt scheint sinnvoll, allerdings finde ich den 4-fachen Preis bei nur 200Ws mehr aber denselben Funktionen etwas zu teuer. Ich würde mir einen Blitz von Elinchrom wünschen der Spritzwasser geschützt und mit W-Lan ausgestattet ist und im Preisbereich von 1000 Euro liegt. Dann könnte ich meine ganzen Reflektoren und Softboxen weiter verwenden und müsste mir nicht alles ein zweites Mal kaufen bzw. den zu tiefen Adapter von Profoto auf Elinchrom verwenden. Aber vielleicht bastelt Elinchrom ja an etwas Vergleichbarem.

Bei Fragen zu diesem Thema können Sie sich gerne jederzeit an mich wenden. Ich möchte die Blogbeiträge überschaubar halten und habe deswegen nicht alles ausführlich erklärt.

Viele Spaß beim Ausprobieren und Fotografieren!

Mit freundlichen Grüßen

Benjamin Hahn